Die Ausstellung ist abgesagt.
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Montag, 8. September bis Dienstag, 7. Oktober 2025Ort: Gedenkstätte Lager SandbostelGreftstraße 3, 27446 Sandbostel
Bitte Öffnungszeiten der Gedenkstätte beachten!Homepage: www.stiftung-lager-sandbostel.deTel.: 04764 2254810
Leningrad hält stand
Am 27. Januar 1944, konnte die militärische Blockade Leningrads nach 872 Tagen endgültig durch eine sowjetische Großoffensive gebrochen und die deutsche Wehrmacht zum Rückzug gezwungen werden.
Nachdem Hitler im Juli 1941 der Wehrmachtsführung befohlen hatte, die sowjetische Stadt Leningrad (heute St. Petersburg) als „Geburtsstätte des Bolschewismus“ dem Erdboden gleichzumachen, wurde im September 1941 der Befehl erteilt, die Stadt nicht zu erobern, sondern abzuriegeln und auszuhungern. „Sich aus der Lage der Stadt ergebenden Bitten um Übergabe werden abgeschlagen werden. Ein Interesse an der Erhaltung auch nur eines Teils dieser großstädtischen Bevölkerung besteht (…) unsererseits nicht“, hieß es in einer geheimen Direktive vom 22. September 1941. 872 Tage war die Leningrader Bevölkerung dem Beschuss der deutschen Artillerie, den Bombardements der deutschen Luftwaffe und einem Hunger ausgesetzt, dem mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen.
Die Ausstellung Blockade Leningrads 1941–1944 dokumentiert diese Verbrechen an der Zivilbevölkerung, geht aber auch der Frage nach, wie unter den Bedingungen extremer Kälte, Trinkwassermangel und Nahrungsmittelknappheit der Alltag auf niedrigstem Niveau organisiert werden konnte.
Entscheidend war dabei die „Straße des Lebens“ über den zugefrorenen Ladogasee zur Evakuierung der Belagerten und Versorgung mit Lebensmitteln. Entscheidend waren ebenso die Journalisten und Schriftsteller, die Dichter und Musiker, die über den Rundfunk der Stadt den Kranken und Halbverhungerten das Gefühl gaben, nicht allein zu sein. Entscheidend waren aber auch die Eingeschlossenen selbst.
Über sie berichtete der russische Schriftsteller Daniil Granin am 27. Januar 2014 in seiner Rede vor dem deutschen Bundestag: „Mehrmals musste ich in die Stadt zum Stab, und ich sah diese Szenen und begriff, wer einer der Blockadehelden ist – dieser „JEMAND“, der „NAMENLOSE PASSANT“, der einen Menschen rettete, der gestrauchelt war oder kurz vor dem Erfrieren stand. Das Mitgefühl der Menschen verschwand nicht etwa, sondern wurde wiedergeboren.“
_Zeit, sich zu erinnern
Vernissage am 8. September:
Blockade Leningrads 1941–1944
Niemand ist vergessen und nichts ist vergessen!
Montag, 8. September um 17.00 Uhr
Ort: Bernard Le Godais Saal auf dem Lagergelände Sandbostel
- Begrüßung und Einführung durch Andreas Ehresmann, Leiter der Gedenkstätte Lager Sandbostel
- Kurzeinführung in die Themen der Ausstellung durch Horst Otto, Deutsch_Russische Friedens_Tage Bremen e. V.
- Musikalische Rahmung: Vladimiros Papadopoulos (Gitarre und Gesang) und Larissa Scherschel (Gesang)
Die Ausstellung umfasst 22 Tafeln und 9 Poster, die sich thematisch wie folgt gliedern:
- Erste Bombardierungen am 8. September 1941
- Schmerz, Kälte, Tod, Hunger, Dystrophie
- Die Stadt lebt und kämpft
- Kinder der Blockade
- Straße des Lebens; Evakuierung der Bevölkerung
- Durchbruch der Blockade am 27. Januar 1944, endgültige Befreiung Leningrads
Alle Informationen werden in deutscher und russischer Sprache vermittelt.
Вся информация предоставлена на немецком и русском языках.
Veranstalter: Deutsch-Russische Friedenstage Bremen e. V.
Text: Redaktion; Foto: H.O.













