Der Olbers-Saal im Haus der Wissenschaft, Bremen, war am 19. Februar bis auf den letzten Platz gefüllt. Ausgangspunkt der angekündigten Diskussionsveranstaltung ist der neu gegründete Arbeitskreis „Neue Ostpolitik“. Unterstützung erfährt die Initiative aus der Bremer Friedensbewegung. Mit dabei: Deutsch-Russische Friedenstage Bremen e. V., Aufstehen Bremen, DPG Bremen, Bremer Friedensforum, BSW Bremen, IPPNW, DFG-VK, PGB, Friedensbündnis Norddeutschland, Nordbremer Bürger gegen den Krieg, Masch Bremen, Freidenker-Verband und NachdenkSeiten Bremen.
Anregende Statements geben die Richtung des Abends vor
Den Anfang machte Folker Hellmeyer. Er ist der ehemalige Chefanalyst der Bremer Landesbank und jetzt mit seinem „Hellmeyer Report“ ein einflussreicher und vielgelesener Kommentator der Finanzmärkte. Seit langem kritisiert er die verhängnisvolle Außenpolitik der letzten Bundesregierungen und die grassierende Russophobie in der deutschen Öffentlichkeit. Insbesondere die ökonomischen Aspekte und sich ändernde Kapitalinteressen im gegenwärtigen Ringen um die Zukunft wurden von ihm betont.
Als ausgewiesener Experte kam Alexander Rahr zu Wort. Er ist ein renommierter Osthistoriker und Russlandexperte, war in führenden Funktionen im Deutsch-Russischen Forum und im Petersburger Dialog. Er kritisiert, dass schon unter der Merkel-Regierung die Entspannungs- und Abrüstungspolitik eines Willy Brandt von den grün-atlantischen Kreisen abgelöst wurde durch eine durch und durch aggressive Politik gegen Russland.
Mit den ökonomischen Zusammenhängen der gegenwärtigen Konfrontationspolitik befasst sich auch Arno Gottschalk. Der Politiker ist Abgeordneter für die SPD in der Bremischen Bürgerschaft und, neben anderen Funktionen, Mitglied im Fraktions- und Landesvorstand. Er setzt sich seit langem, zusammen mit Rolf Mützenich, Ralf Stegner, Peter Brandt, Klaus v. Dohnanyi u. a. für Diplomatie und Verhandlungen und gegen eine Fortsetzung des Krieges in der Ukraine ein.
Es folgte eine interessante Diskussion mit dem Auditorium, die durch Sönke Hundt moderiert wurde.
Die Statements können auf diesem Video nachgehört werden: https://www.youtube.com/watch?v=r-s6HREZJlg
Nachtrag: Frieden durch Verhandlungen
Ein Gast machte am Rande der Veranstaltung darauf aufmerksam, dass es einen zielführenden Vorschlag zur Erlangung einer Friedensregelung für den Konflikt um die Ukraine gibt. Aus der Feder von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo Funke, Dr. Johannes Klotz, General a. D. Harald Kujat, Michael von der Schulenburg (BSW-Europaabgeordneter) und Professor Dr. h.c. Horst Teltschik liegt ein Papier vor, das konkrete Handlungsschritte im Namen des Friedens vorschlägt.
Link: „Den Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden“
Text: Sönke Hundt/Redaktion
Abbildung: Marlies Hundt/Sönke Hundt















