_Kränze, Blumen und mahnende Worte

Erneut versammelten sich am 8. Mai zahlreiche Menschen am Mahnmal An der Reitbrake, um die Erinnerung und das Gedenken an den 8. Mai 1945, den Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg in Europa, zu begehen.

Weithin sichtbar erinnert an diesem Ort ein Orthodoxes Kreuz an das sogenannte „Russenlager“ An der Reitbrake. Es verweist darauf, dass der deutsche Eroberungskrieg auch in Bremen tiefe Spuren hinterlassen hat. So haben Hunderte sowjetische Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene die unmenschliche Behandlung in den bremischen Lagern nicht überlebt. Sie wurden respektlos verscharrt. Dies bestätigen die Ausgrabungen im Umfeld des Friedhofs 2022 durch den Fund von Erkennungsmarken und Skeletten.

Die Veranstalter der kleinen Zeremonie am vergangenen Freitag, die Bürgerinitiative Oslebshausen und umzu, Deutsch_Russische Friedens_Tage Bremen (DRFT), Bremer Friedensforum, DFG-VK und VVN-BdA unterstützen seither aktiv die Forderung, An der Reitbrake einen würdigen Erinnerungsort zu errichten. Mit Kränzen, Blumen und Gesängen wurde ein würdiger Rahmen des Gedenkens gestaltet.

Wortbeiträge von Bernd Brejla für die Bürgerinitiative Oslebshausen und umzu, Jens Lohse für den Verein DRFT (s. Video unten), Conny Barth für das Bremer Friedensforum und des Landesvorsitzenden der VVN-BdA, Ulrich Stuwe, gingen aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Bedeutung des 8. Mai und des Denkortes An der Reitbrake, ein. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Wolfgang Müller, Vorsitzender des Vereins DRFT. Auf einem gemeinsamen Foto brachte die Versammlung ihren festen Willen für ihr gedenkendes Engagement zum Ausdruck:
Friedenfähig statt kriegstüchtig!

Nachtrag: Am 9. Mai legte Natalia Shuprakowa, 2. Sekretärin der Botschaft der Russischen Föderation, am Mahnmal in Oslebshausen ebenfalls Blumen nieder.

Text: Redaktion
Abbildungen: Christian Holsten
Video: Jens Lohse