_ Gedenken an die Toten aus der Sowjetunion

Auf dem Friedhof Osterholz in Bremen liegen Hunderte sowjetische Leichname. Seit Jahren treffen sich am 9. Mai russischsprachige Menschen am Gräberfeld NN (Ausländer), z. B. aus Russland, Weißrussland, Kasachstan, Ukraine und Lettland, um an den Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion zu erinnern und die Toten zu ehren. Zugleich sind diese Treffen auch immer Begegnungen mit Menschen, die sich aktiv für friedliche und freundschaftliche Beziehungen zur Russischen Föderation aussprechen.

Seit seiner Gründung unterstützt der Verein Deutsch_Russische Friedens_Tage Bremen (DRFT) diese Zusammenkünfte durch seine Mitglieder.

Ein bewegendes Programm mit Kranzniederlegung, Blumengaben und Lyrik

Kränze und Blumen wurden an der Figurenplastik „Zwei Frauen“ niedergelegt. Aus gegebenem Anlass brachten Thorsten Kühn in deutscher und Irene Baumann in russischer Sprache die Strophen von A. Sobolew: „Das Glockengeläut von Buchenwald“ und in der russischen Originalfassung „Бухенвальдский набат“ zu Gehör. Jürgen Borchert setzte mit zwei von ihm persönlich niedergeschriebenen Gedichten weitere Akzente: „Zieht nicht zu neuem Krieg“ und „Elis“. Musikalisch gerahmt wurde die Veranstaltung durch eine Gesangsformation des Chores „Rodina“ unter Leitung von Slava Kravets und Gitarrenspiel.

Warnung vor Geschichtsfälschern

Horst Otto vom Verein DRFT ging in seiner Ansprache auf die Eroberungsziele des NS-Staates und seine akribische Vorbereitung des Krieges ein. Der Sprecher verwies darauf, dass allein die Sowjetunion etwa 27 Millionen Tote als Folge der deutschen Kriegshandlungen zu beklagen hatte. Viele davon verloren ihr Leben als Soldaten, die auch aktiv an der Befreiung Berlins beteiligt waren. Sowjetische Soldatenfriedhöfe und Ehrenmale erinnern z. B. in Berlin-Treptow, Berlin-Tiergarten sowie in der Schönholzer Heide (Berlin-Pankow) an diese Tatsache. Mehr als 4000 Gräber und Erinnerungsorte in Deutschland erinnern an sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die in deutscher Erde begraben liegen.

Nachdrücklich ging der Redner auf die unsägliche Entwicklung im Zuge des Baerbock-Erlasses von 2025 ein. Dieser zielt darauf, Vertreter der Russischen Föderation und der Republik Belarus vom ehrenden Gedenken an die Toten und den Sieg über den deutschen Faschismus durch Verbote und Behinderungen abzudrängen und per Hausrecht zu demütigen. Das Ansinnen revisionistischer Kräfte, die Geschichte des Überfalls auf die Sowjetunion umzuschreiben und die Denkmäler zu schleifen, muss nach den Worten von Horst Otto konsequent zurückgewiesen werden.

Vertreterin der russischen Botschaft hält Grußansprache

Abschließende Worte des Dankes richtete Natalia Shuprakowa, 2. Sekretärin der russischen Botschaft, an die Versammlung.

Das angefügte Video berichtet ausführlich von dieser eindrucksvollen Veranstaltung: https://www.youtube.com/watch?v=3oNCkwa3rDk

Video: Georg Maria Vormschlag, Arbeiterfotografie
Text: Redaktion
Abbildungen: Wolfgang Hackmann, Marion Pokorny