Im voll besetzten Saal in der Heinrichstraße, Bremen, hebt Hans Bauer in seinem faktenreichen Vortrag auf Hintergründe, Strukturen, Akteure und Bedeutung des erneut in Deutschland betriebenen Hasses auf Russen und ihr Land hervor. Ein Fazit dazu: Russophobie schadet unserem Land selbst: Durch eine immer radikalere Konfrontationspolitik – mit akuter Kriegsgefahr – und die Verarmung der Bevölkerung – durch den Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland …
Schnell wird an diesem Abend deutlich, dass der Referent als ehemaliger stellv. Generalstaatsanwalt der DDR über großes Hintergrundwissen über die Entnazifizierung in beiden deutschen Staaten und später im geeinten Deutschland verfügt. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Hans Bauer die Kontinuitäten der antisowjetischen, heute antirussischen Facetten und Argumente der erneut um sich greifenden Russophobie auf. Diese mündete ja in die Aussagen von Außenminister Wadephul, der in Russland den ewigen Feind sieht.
Mahnung vor Vandalismus an sowjetischen Erinnerungsorten
Mahnende Worte findet der Referent auch im Zusammenhang mit der beabsichtigten Kampagne antirussischer Aktivisten, die sowjetische Mahnmale und Ehrenfriedhöfe, zum Beispiel in Berlin-Treptow, Berlin-Tiergarten oder in der Schönholzer Heide (Berlin-Pankow), unter dem Mantel der Kunstfreiheit ‚umwidmen‘ wollen: künstlerische Spielwiese statt ehrendem Gedenken. Ziel dieser Kräfte sei, so der Referent, diese Erinnerungsorte, die über die Befreiung durch die sowjetischen Soldaten berichten, ihres Sinns zu entleeren und die Geschichte des Zweiten Weltkrieges umzuschreiben. Der Referent bittet das Publikum, diesem Treiben nicht tatenlos zuzusehen. So können Besuche von Ehrenmalen und Friedhöfen und das Niederlegen von Blumen ein sichtbares Zeichen der Zurückweisung der Geschichtsklitterung sein.
Veranstaltet wurde diese Veranstaltung am 11. Mai vom Verein Deutsch_Russische Friedens_Tage Bremen. Die Begrüßung und einführenden Worte wurden von Horst Otto übernommen. Der Vortrag ist hier ungekürzt zu sehen (s. unten).
Text: Redaktion
Titelabbildung: Wolfgang Bertram
Video: cut-in, Wolfgang Bertram

















