Mit einer aufschlussreichen Präsentation stellte Barbara Alms unter dem Titel: „Nikolaj Roerich – das malerische Werk“ unerwartete Facetten aus dem künstlerischen Schaffen des russischstämmigen Malers und Friedensaktivisten vor.

Anlass der Veranstaltung war das Thema: „Frieden durch Kultur“ im Rahmen der 8. Deutsch_Russischen Friedens_Tage. Diese Friedenstage haben einen Schwerpunkt, der sich auf vielfältige Weise mit Nikolaj Roerich befasst. So unterstützt der Verein auch die große Ausstellung „Frieden durch Kultur“ (Nicolaj Roerich) – Ausstellung in der WeserArt Galerie. Seine imposanten Gemälde und zahlreiche Informationstafeln und Filme sind dort noch bis 26. Juni zu sehen.

Auswahl aus etwa 7.000 Gemälden

Der Saal in den Weserterrassen, Bremen, ist am 28. Mai gut gefüllt, als die Kunsthistorikerin und langjährige Leiterin der Städtischen Galerie Delmenhorst, Barbara Alms, ihren Vortrag beginnt. Anhand von ausgewählten Bildbeispielen führt sie ein künstlerisch bemerkenswertes Werk vor Augen. Ausdrücklich geht die Expertin auf die als „atemberaubend“ wahrgenommenen, weiß leuchtenden, erhabenen Hochgebirgslandschaften, vor allem seine theosophisch inspirierten Himalaya-Bilder, ein.

Ebenso begegnen uns auf der Leinwand seine frühen Bilder, in denen er die altrussische Vergangenheit mit ihren Naturgeistern, alten Bräuchen und einer rauen Landschaft zum Leben erweckt. Thematisiert wird auch seine maßgebliche Mitarbeit an dem damals schockierenden Ballett Le sacre du printemps im Paris des Jahres 1913.

Mit ihrer Hinwendung zu Nicolaj Roerich bringt die Bremer Kunstwissenschaftlerin ein umfangreiches künstlerisches Werk ins Bewusstsein, welches in unserem Land nahezu unbekannt ist. Anders stellt es sich auf den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion dar. Hier wird der Künstler noch immer verehrt. Ebenso in bedeutenden internationalen Museen, wie dem vielbesuchten Roerich-Museum in New York.

Auch mit seiner Kunst mahnt Nikolaj Roerich vor Krieg

Im Vortrag wird ebenso die mahnende Auseinandersetzung Nikolaj Roerichs mit dem Thema Krieg und Frieden deutlich. Barbara Alms betont ausdrücklich die großartige Leistung des Künstlers zur Schaffung des „Banners des Friedens“ (1931) und des Roerich-Paktes im Jahr 1935.

Am Ende des Vortrages heißt es: „Wenige Tage vor dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, im Juni 1941, malte er (Nikolaj Roerich/Redaktion) politisch hellsichtig das Bild der Orientierungslosigkeit der Menschheit: „Der Blinde/Blind“: „die Welt ins Feuerrot der Zerstörung getaucht und darin ein hilfloser Vertreter der Menschheit.“ Auf frappierende Art erinnert dieses Motiv an den erneut in Europa aufscheinenden Krieg.

Begrüßt wurden die Gäste von Wolfgang Müller, Vorsitzender des Vereins DRFT. In seinen einleitenden Worten betonte er insbesondere das unermüdliche Werben Nikolaj Roerichs für ein Leben in Frieden und die Bewahrung der Kulturgüter auch in Krisenzeiten. Im Leitmotiv des Malers und Friedensaktivisten, „Frieden durch Kultur“ zu fördern, sei auch eine der Quellen des Engagements des Vereins DRFT beschrieben.

Interessante Einblicke in eine bewegende Welt der Kunst

Der Vortrag von Barbara Alms kann in dem Video unten angesehen werden. Das Publikum dankte der Wissenschaftlerin mit einem starken Applaus und Blumen.

Text: Redaktion
Abbildungen: H.O., Bildauszug aus dem Vortrag